Unsere neue Volksschule

Bauprojekte
Unsere neue Volksschule

Der Neubau der Volksschule Hart bei Graz war Aufgabenstellung des EU-weit offenen Realisierungswettbewerbs.
Der Wettbewerb wurde anonym und zweistufig geführt. 
Im Februar 2025 wurde der Wettbewerb offiziell gestartet, am 17./18. Juni 2025 wählte die Jury aus 73 Einreichungen 14 teilgenommene Büros für die 2. Runde aus und am 7. Oktober 2025 ermittelte die Jury die Preisträger*innen. 

Im Zusammenhang mit dem Wettbewerb ist auch eine Broschüre erschienen:

VS Katalog HartbeiGraz-web.pdf herunterladen (18.48 MB)

Architektur-Wettbewerb

Aufgabenstellung des Architektur-Wettbewerbes:

  • Für das östliche Areal der sog. „Janischwiese“ (zwischen Holzerhofstraße und Reintalbach) ist auf einer Fläche von ca. 10.000 m² die Errichtung einer neuen Volksschule geplant.
  • Geplante Baukosten: 21 mio. Euro (brutto)
  • 16 Klassen in 4 Clustern. 2 Klassen sind sog. Partnerklassen für Schüler*innen mit Beeinträchtigung.
  • Eine Nachmittagsbetreuung in verschränkter und unverschränkter Form ist geplant.
  • Turnsaal und Bibliothek werden auch öffentlich zugänglich und nutzbar sein und größer geplant als im RFP (Raum- und Funktionsprogramm für des Landes Stmk) vorgegeben.
  • Geplante Eröffnung: September 2028

Vorbereitung:
Die Gemeinde hat sich im Vorfeld intensiv aus mehreren Blickwinkeln (Architektur, Standort, Pädagogik, Verkehr) mit dem Thema beschäftigt und zwei Exkursionen zu vorbildlichen Volksschulbauten in und um Graz durchgeführt. Weiters hat das ÖISS (Österr. Institut für Schul- und Sportstättenbau) den Prozess beratend begleitet und auch einen Workshop für die Lehrenden und den Gemeinderat abgehalten. Dabei waren auch die Bildungsdirektion Steiermark und die Pädagogische Hochschule eingebunden.

Wettbewerb 1.Stufe:
Die Aufgabenstellung der 1. Stufe beinhaltete die grobe städtebauliche Entwicklung des gesamten Areals (ca. 2,38 ha) sowie die Planung einer 16-klassigen Volksschule mit großem Turnsaal und großer Bibliothek. Letztere sollen auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen und über externe Eingänge erreichbar sein. Besonderes Augenmerk wird auf die räumliche Ausbildung der Klassen in einem Clustersystem gelegt. Jeweils vier Klassen werden hierbei entsprechend des RFP (Raum- und Funktionsprogramm) des Landes Steiermark um eine gemeinsame, große offene Lernzone („Marktplatz“) angeordnet. Zwei Klassen werden als inklusive Partnerklassen ausgebildet. Großzügige Freiräume (Freiluftklassen, Spielareale, Sportplätze) sind vorzusehen. Wichtige Kriterien waren weiters die Realisierung des Gebäudes im Klimaaktiv Goldstandard (höchste Bewertungsstufe für nachhaltiges Bauen) sowie eine gute (öffentliche) Verkehrsanbindung.
Folgende 14 teilnehmende Büros wurden für die 2. Stufe ausgewählt:

  1. EXPEDIT Studio für Architektur ZT GmbH, Graz (AT)
  2. Pichler & Traupmann Architekten ZT GmbH, Wien (AT)
  3. dreiplus Architekten ZT GmbH, Graz (AT)
  4. Arch. DI Martin Knoglinger, Velden (AT)
  5. ARGE LOVE architecture & urbanism ZT GmbH / balloon architekten ZT OG, Graz (AT)
  6. architektursalon, Graz (AT)
  7. PRIEBERNIG, WIND + Partner ZT GmbH, Wien (AT)
  8. HILLINGER MAYRHOFER ZT GmbH, Wien (AT)
  9. Arch. DI Juan Carlos Gómez, Arch. DI Roland Baumgartner, Graz (AT)
  10. POS Architekten ZT GmbH, Wien (AT)
  11. obereder | staller architektur ZT GmbH, Weiz (AT)
  12. Schwarz.Platzer.Architekten.ZT GmbH, Graz (AT)
  13. lottiundmax ZT GmbH, Wien (AT)
  14. Hohensinn Architektur ZT GmbH, Graz (AT)

Wettbewerb 2. Stufe:
In der zweiten Wettbewerbsstufe waren Pläne und Schnitte in größerem Maßstab gefordert. Die funktionale und detailgetreue Ausbildung der Cluster sowie die ausformulierte Nutzung der verschiedenen Baukörper/-ebenen und Durchwegungen standen im Fokus.

Fachpreisgericht - Jury

Hauptpreisrichter:

  • Vorsitzender: Architekt DI Helmut Kuess
    Stellv. Vorsitzender: Architekt DI Gernot Ritter (Baukulturbeirat Hart bei Graz)
  • Landschaftsarchitekt DI Paul Giencke (Nominierung ZT-Kammer)
  • DI Karin Schwarz-Viechtbauer (Nominierung Ausloberin; ehem. Leiterin ÖISS)
  • DI Markus Bogensberger (kurzfristige Verhinderung, Nominierung Ausloberin Land Steiermark)

Ersatzpreisrichter:

  • Architektin DI Petra Friedl (Nominierung ZT-Kammer)
  • Architekt DI Peter Pretterhofer (Baukulturbeirat Hart bei Graz)
  • Landschaftsarchitektin DI Anna Buchwald (Nominierung ZT-Kammer)
  • DI Brigitte Rabl (Nominierung Ausloberin, ÖISS)
  • DI Sabine Hagen (Nominierung Ausloberin; Verein für Baukultur, Land Stmk)

(Anmerkung.: Aufgrund der Absage von Arch. Kuess hat Herr Arch. Ritter den Vorsitz übernommen)

Als Beratende des Preisgerichts (ohne Stimmrecht) fungierten Bürgermeister und Gemeinderät*innen der Gemeinde Hart bei Graz, Bauamtsleitung, Verkehrsplanungsbüro der Gemeinde / verkehrplus, Vertreterinnen der VS Hart bei Graz, Vertreterinnen der Bildungsdirektion Stmk. und der Pädagogischen Hochschule Stmk..

Jurysitzung am 7.10.2025, 2. RundeJurysitzung am 7.10.2025, 2. RundeVerfahrensbetreuung / Vorprüfung: Kampus Raumplanungs- und Stadtentwicklungs GmbH

Siegerprojekt

POS Architekten ZT GmbH
Arch.in DI Ursula Schneider
Mitarbeit: Arch. Alexander Feilmair, Arch. Gabor Nagy
 A - 1080 Wien

Jurybegründung: 
Das Projekt gliedert sich in zwei Baukörper – Schule und Sporthalle – die sich quer zum Hang stellen,  diesen aber als Landschaftsraum miteinbeziehen. Diese Anordnung und die selbstbewusste Wahrnehmbarkeit werden auch in ihrer städtebaulichen Haltung begrüßt. 
Die Verschränkung zwischen Innen- und Außenraum erfolgt auf unterschiedlichen Ebenen und setzt den Gedanken der „Lernlandschaft“ fort. Die Positionierung der Baukörper schafft einen übersichtlichen Vorplatz mit Aufenthaltsqualitäten und bietet gleichzeitig eine klare Orientierung sowohl für den Schuleingang als auch für die externe Zugänglichkeit von Turnsaal und Bibliothek. Der Eingangsbereich ist durch die Aula als Empfangsbereich großzügig gelöst, direkt zum Pausenhof orientiert und gibt den Ausblick zum Landschaftsraum frei. GTS, Verwaltung und Nebenräume sind im Erdgeschoss angeordnet und überzeugend situiert und gruppiert. 
Der Schulbaukörper bietet eine klare und gute Orientierbarkeit mit einer zentralen und effizienten  Erschließung, die gleichzeitig eine großzügige, räumliche Atmosphäre schafft. Die funktionale und räumliche Organisation und Anordnung der Cluster mit Lernzonen und Freiklassen ist überzeugend und durchdacht gelöst und bietet ausgezeichnete räumliche Voraussetzungen für die pädagogischen Anforderungen. Für jeweils zwei Cluster pro Geschoss ist eine attraktive und dennoch flächensparende, gemeinsame Mitte mit Sitztreppen konzipiert. 
Der Turnsaal und die Bibliothek sind sehr gut an die Schule angebunden, was deren Einbindung in den Schulalltag optimal unterstützt. Dennoch ist auch die Öffentlichkeit dieser beiden Funktionseinheiten klar ablesbar. Der Turnsaal signalisiert durch seine Durchlässigkeit eine Offenheit und gewährleistet gleichzeitig auch eine vielfältige externe Nutzung.
Der Schulgarten ist auf mehreren Ebenen angeordnet und bietet unterschiedliche Freibereiche mit entsprechenden Aufenthaltsqualitäten. Die begrünte Gartenterrasse im OG1 ist zugleich Pausenhof und auch verbindendes Element zwischen Schule, Zuschauerbereich des Turnsaals und Schulgarten. Dieser weist durch Zonierung und Gestaltung hohe Aufenthaltsqualitäten auf.
Konstruktiv wird eine hybride Holz-Beton-Verbund-bauweise dargestellt, weitere nachhaltige Aspekte werden erläutert und u. a. auch im Fassadenschnitt dargestellt. Die starke horizontale Betonung in der Fassadengestaltung wird hinterfragt. Das Projekt weist eine hohe Wirtschaftlichkeit und Effizienz auf und erfüllt die jeweiligen Kennzahlen entsprechend den Anforderungen sehr gut. 
Insgesamt überzeugt das Projekt sowohl in der  städtebaulichen, funktionalen, räumlichen und freiraumplanerischen Gestaltung und in seiner räumlich-pädagogischen Konzeptionierung als auch darin, die Besonderheiten des Hanggrundstücks miteinzubeziehen, dieses zu nutzen und zu verstärken.
Überarbeitungsempfehlungen für das Siegerprojekt: Es wird empfohlen, das Spielfeld am Dach im (nördlichen) Gartenbereich anzuordnen.

Erläuterungsbericht 1.. Platz.pdf herunterladen (0.29 MB)

Präsentation 1. Platz.pdf herunterladen (14.91 MB)

2. Platz

Schwarz.Platzer.Architekten.ZT GmbH
Arch. DI Christoph Platzer, DI Thomas Wieczorek 
 Mitarbeit: Elena Obermooser, Arch. Predrag Jovanovic 
 DI Martin König | KLA
 A - 8020 Graz

Jurybegründung:
Das Projekt ist gekennzeichnet durch eine vergleichsweise einfache, aber überzeugende städtebauliche Lösung, die die beiden Baukörper – Schulgebäude und Sporthalle – gut im Hang positioniert. Die reduzierte Kubatur der vorne situierten Sporthalle lässt die Schule ausreichend zur Geltung kommen. Die beiden parallel zum Hang angeordneten Baukörper sprechen eine gemeinsame architektonische Sprache und werden durch einen mittigen Verbindungsbau zu einem harmonischen Ensemble verknüpft. Besonders gut gelungen ist die Ausbildung des Schulvorplatzes an der Holzerhofstraße, dessen Größe und Konfiguration der Bauaufgabe entspricht und die Zugänge zu Schule, Sporthalle und Bibliothek lenkt sowie gut definiert. Die Stellung der Baukörper und die Ausbildung des Vorplatzes sind in Hinblick auf die Großzügigkeit des eigentlichen Schulfreiraums optimiert. Innenräumlich überzeugt vor allem die Planung der Cluster, die durch geschickte Verschiebung der Klassenräume gut proportionierte offene Lernzonen (Marktplätze) schafft. Diese sind gut belichtet, Lern-terrassen direkt zugeordnet und können attraktive Lernlandschaften für jeweils zwei Klassen bilden. Auch die Organisation der EG-Zone erscheint in Hinblick auf das Zusammenwirken von Aula, Freizeitraum, Multifunktionsräume, Musiksaal, Verwaltung und Lehrpersonalbereich gelungen. Als problematisch und schwer behebbar wird die prominente Anordnung der Zentralgarderobe im mittigen Verbindungsbau, der auch als Transitraum zwischen Schule und Sporthalle wirkt, angesehen. Auch bei Verwendung kreativer und attraktiver Garderobenmöbel wird diese Lösung der Funktion eines Haupteingangs für die Schule nicht gerecht und führt im Betrieb zu Nachteilen durch Schmutzeintrag.
Die vorgeschlagene intensive Begrünung der umlaufenden Außengänge ist zwar technisch adäquat gelöst, muss im Kontext der Lage im Grünen und der zu erwartenden Einschränkungen der natürlichen Belichtung von Aufenthaltsräumen jedoch hinterfragt werden. Auch die vergleichsweise hohen Stürze würden den Lichteintrag in die Tiefe der Räume weiter reduzieren.

Erläuterungsbericht 2. Platz.pdf herunterladen (0.14 MB)

Präsentation 2.Platz.pdf herunterladen (8.52 MB)

3. Platz

Arch. DI Juan Carlos Gómez / Arch. DI Roland Baumgartner
Mitarbeit: Daniel Astl, Maximilian Hattinger, Lisa-Marie Sohneg BSc.
 A - 8010 Graz

Jurybegründung:
Das Projekt findet einen sehr eigenwilligen Ansatz: Es schlägt eine Art „Dorf“ als Hausgruppe vor, das sich in drei klare Baukörper gliedert. Die Kleinstrukturiertheit wird gewürdigt und sehr positiv bewertet. Die Bibliothek und der Turnsaal machen mit ihren jeweils eigenständigen Baukörpern das Projekt zu einer besonderen Adresse. Die Wirkung in den Straßenraum nimmt die Kleinstrukturiertheit der bestehenden Bebauung auf, führt diese klar weiter und bereitet dem selbstbewussten Schulbaukörper ein stimmiges Vorfeld. 
Die Anbindung der Bibliothek an die Schule nur im  Untergeschoss wird für den laufenden Schulbetrieb kritisch gesehen. Auch der Haupteingang in die Schule an der vorgeschlagenen Stelle wird hinterfragt, ebenso seine wenig großzügige Ausformulierung. Die Trennung der Direktion im EG von den Sozialräumen der Pädagog*innen im OG lassen schulinterne organisatorische Probleme erwarten. 
Der Hauptbaukörper – die Schule – ist gut dimensioniert, weist klare Cluster-Funktionen auf und sitzt gut im Gelände. Die vorgelagerten Terrassen, die mit den Grünfassaden einen Filter vor den Klassenräumen bilden, werden hinsichtlich der Lichtausbeute kritisch hinterfragt. 
Die linearen Cluster, die sich in zwei 2er-Cluster teilen, ergeben sehr gute Lernzonen, eine Art Nestsituation. Die Vorzonen und Außenräume sind differenziert ausgebildet und lassen eine gute Annäherung erwarten. Die Lichtführung, durch die an der Bibliothek und im Turnsaal angebrachten „Laternen“, ist ein Mehrwert, der anerkannt wird.  

Das Projekt war in seinem Ansatz ein wichtiger Impulsgeber für eine angeregte Diskussion zum Thema Adressbildung und gelungene Dimensionierung eines Lernortes für Kinder im Primarschulalter.

Erläuterungsbericht 3. Platz.pdf herunterladen (0.29 MB)

Präsentation 3. Platz.pdf herunterladen (10.4 MB)

1. Anerkennung

Pichler & Traupmann Architekten ZT GmbH
Mitarbeit: Bartosz Lewandowski (Teamleiter WB), Simon Herrera Arevalo, Lia Holzapfel, Eylül lcgören, Sara Kaurin, Stefan Zimmermann 
3:0 Landschaftsarchitektur: Oliver Gachowetz, Linda Scharll 
Brandschutz: Harald Kraus von Norbert Rabl ZT GmbH 
A - 1030 Wien 

2. Anerkennung

25 PRIEBERNIG, WIND + Partner ZT GmbH
Mitarbeit: Groß Barbara, Wind Hannes, Dibon Tobias, Soleimani Shaghayegh, Tharssi Kanagarasan
A - 1090 Wien

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Projektleiter

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