Arch. DI Juan Carlos Gómez / Arch. DI Roland Baumgartner
Mitarbeit: Daniel Astl, Maximilian Hattinger, Lisa-Marie Sohneg BSc.
A - 8010 Graz
Jurybegründung:
Das Projekt findet einen sehr eigenwilligen Ansatz: Es schlägt eine Art „Dorf“ als Hausgruppe vor, das sich in drei klare Baukörper gliedert. Die Kleinstrukturiertheit wird gewürdigt und sehr positiv bewertet. Die Bibliothek und der Turnsaal machen mit ihren jeweils eigenständigen Baukörpern das Projekt zu einer besonderen Adresse. Die Wirkung in den Straßenraum nimmt die Kleinstrukturiertheit der bestehenden Bebauung auf, führt diese klar weiter und bereitet dem selbstbewussten Schulbaukörper ein stimmiges Vorfeld.
Die Anbindung der Bibliothek an die Schule nur im Untergeschoss wird für den laufenden Schulbetrieb kritisch gesehen. Auch der Haupteingang in die Schule an der vorgeschlagenen Stelle wird hinterfragt, ebenso seine wenig großzügige Ausformulierung. Die Trennung der Direktion im EG von den Sozialräumen der Pädagog*innen im OG lassen schulinterne organisatorische Probleme erwarten.
Der Hauptbaukörper – die Schule – ist gut dimensioniert, weist klare Cluster-Funktionen auf und sitzt gut im Gelände. Die vorgelagerten Terrassen, die mit den Grünfassaden einen Filter vor den Klassenräumen bilden, werden hinsichtlich der Lichtausbeute kritisch hinterfragt.
Die linearen Cluster, die sich in zwei 2er-Cluster teilen, ergeben sehr gute Lernzonen, eine Art Nestsituation. Die Vorzonen und Außenräume sind differenziert ausgebildet und lassen eine gute Annäherung erwarten. Die Lichtführung, durch die an der Bibliothek und im Turnsaal angebrachten „Laternen“, ist ein Mehrwert, der anerkannt wird.
Das Projekt war in seinem Ansatz ein wichtiger Impulsgeber für eine angeregte Diskussion zum Thema Adressbildung und gelungene Dimensionierung eines Lernortes für Kinder im Primarschulalter.
Erläuterungsbericht 3. Platz.pdf herunterladen (0.29 MB)
Präsentation 3. Platz.pdf herunterladen (10.4 MB)