Der Raababach bekommt seinen Lauf zurück

Veröffentlichungsdatum07.08.2026Lesedauer2 MinutenKategorienAllgemein, Startseite
Ein Bulldozer auf einem felsigen Hügel mit Bäumen und blauem Himmel

das alte Wehr herausgerissen.

Die Bauarbeiten haben begonnen: Auf rund 5,7 Kilometern wird der Raababach zwischen Raaba und Hart bei Graz renaturiert. Aus dem geraden Betonkanal wird wieder ein lebendiger Bach.

Anfang August ist es losgegangen: Zwischen dem Magna-Werk in Raaba und der Wöblingerstraße in Hart bei Graz wird der Raababach auf einer Länge von rund 5,7 Kilometern renaturiert. Bereits im Februar hatten erste Trupps die Bäume am Ufer bearbeitet – jetzt läuft die eigentliche Umgestaltung des Bachbetts.

Einbringen von Totholz zur Verringerung der FließgeschwindigkeitEinbringen von Totholz zur Verringerung der Fließgeschwindigkeit

Der Bach soll wieder schlängeln dürfen

In den 1970er-Jahren wurde der Raababach durchgehend in ein gerades Betonbett gezwängt. Diese alten Verbauungen werden nun entfernt. An ihrer Stelle entstehen Mäander und kleine Buchten, die der Strömung die Wucht nehmen und neuen Lebensraum für Fische, Insekten und Pflanzen schaffen. Eine vollständige Rückführung ist allerdings nicht überall möglich, da die erforderlichen Grundstücke nicht durchgehend zur Verfügung stehen.

ein Bach mit Bäumen und BüschenIst-Zustand 2026: gerades Betonbett

Erster Abschnitt: beim alten Wehr

Den Anfang macht ein Abschnitt auf dem Gemeindegebiet Raaba-Grambach, südlich des Spielplatzes Pachern beim alten Wehr. Das Wehr wird entfernt, der Bach aufgeweitet und zugänglich gemacht. Von der Brücke beim Eisweg lässt sich gut beobachten, wie sich das Bachbett Schritt für Schritt verändert.

Ein Bulldozer auf einem felsigen Hügel mit Bäumen und blauem HimmelAuf der Höhe des Spielplatzes wurde Anfang August das alte Wehr herausgerissen.

Beton wird vor Ort recycelt

Der herausgebrochene Beton wird nicht abtransportiert und entsorgt, sondern gleich vor Ort wiederverwertet: Auf einem Lagerplatz unterhalb des Rückhaltebeckens zerkleinert ein mobiler Brecher das Material, das anschließend unter anderem im Straßenbau als Unterbau zum Einsatz kommt. Das spart eine erhebliche Zahl an LKW-Fahrten.

Für das gesamte Vorhaben gilt eine klare Bedingung: Die Renaturierung darf die Hochwassersituation an keiner Stelle verschlechtern. Das wird bei Planung und Umsetzung laufend überprüft.

Vorbild Rückhaltebecken

Den Impuls für das Projekt gab das Rückhaltebecken Raababach, das ebenfalls gemeinsam mit der Marktgemeinde Raaba-Grambach realisiert wurde. Dort ist der Bach bereits renaturiert – heute ist das Gebiet zugleich beliebter Naherholungsraum und wertvoller Naturraum. Diesen Weg führt die Renaturierung nun am gesamten Bachlauf weiter.Das Flussbett im QuerschnittDas Flussbett im Querschnitt

Kosten und Finanzierung

Auch das neue Projekt entsteht in Kooperation mit der Marktgemeinde Raaba-Grambach. Der Gemeinderat in Hart bei Graz hat das Finanzierungsübereinkommen am 7. Mai 2026 einstimmig beschlossen. Von den Gesamtkosten von rund 3,06 Mio. Euro übernehmen Bund und Land 90 Prozent. Auf Hart bei Graz entfällt ein Anteil von knapp 79.700 Euro oder rund 2,6 Prozent.

Auf einen Blick

  • Länge: rund 5,7 km, vom Magna-Werk (Raaba) bis zur Wöblingerstraße (Hart bei Graz)
  • Baustart: August 2026
  • Erster Abschnitt: Raaba-Grambach, südlich Spielplatz Pachern
  • Gesamtkosten: rund 3,06 Mio. Euro, davon 90 % Bund und Land
  • Partner: Marktgemeinde Raaba-Grambach